Wohnraum

Wohnen muss bezahlbar bleiben – auch für die angestammte Bevölkerung in den Veedeln. Das gilt insbesondere für den Rathenauplatz.

Wir als Bürgergemeinschaft haben uns immer wieder dafür eingesetzt, dass der Rathenauplatz lebenswert und erschwinglich für alle Bevölkerungsschichten bleibt. Aktuell haben wir eine Bürgereingabe  für eine Milieuschutzsatzung bei der Bezirksvertretung eingebracht. die Antwort der Bezirksvertretung könnt ihr hier nachlesen.

Leserbrief unseres Vorsitzenden Klaus Adrian vom 21. März 2014, der immer noch aktuell ist.

Endlich handeln

NRW und Köln haben in der Vergangenheit der Entwicklung im Wesentlichen tatenlos zugesehen. Man hätte sich schon deutlich früher die Erfahrungen anderer Städte wie München, Hamburg und Frankfurt zu eigen machen können. Auch in Stadtteilen wie am Rathenauplatz gibt es noch reichlich Häuser, die man vor Luxussanierung und Umwandlung schützen kann, um zu verhindern, dass die Menschen die Miete nicht mehr bezahlen können. Es geht in erster Linie nicht um die Rechte der Hausbesitzer, es geht um das Grundrecht auf bezahlbares Wohnen. Auch das Grundgesetz sieht eine soziale Verpflichtung des Eigentums – und das gilt vor allem für Hausbesitzer. Wohin es führt, wenn man Wohnen dem „freien Spiel der Kräfte“ – genannt freie Marktwirtschaft – überlässt, das wissen wir. Und wenn sich dann nicht mehr genügend private Investoren finden, dann müssen die Genossenschaften wie die GAG gestärkt werden und entweder die notwendige Sanierung von Altbauten übernehmen oder in Neubauten investieren.

Außerdem noch ein lesenswerter Kommentar von Andreas Damm im Kölner Stadt-Anzeiger vom 01./02. März 2014: 

Das Land prüft Auflagen für Hausbesitzer – Verlust der Entscheidungsfreiheit

Das Ziel ist löblich, das Mittel falsch. Sollte die Landesregierung den Städten ermöglichen, nach eigenem Ermessen die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen zu verbieten, wäre das ein zu starker Eingriff in die Rechte der Hausbesitzer. Ein Verlust der Entscheidungsfreiheit in einer derart wichtigen Frage wird das Investoren-Interesse am Bau neuer Mietwohnungen keinesfalls steigern. Ohne verstärkten Wohnungsbau jedoch wird sich die Lage nicht entschärfen. Besonders in Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Bonn fehlt es seit Jahren an günstigem Wohnraum. In einst einfachen Vierteln, die heute als schick gelten, fällt es Alteingesessenen schwer, ihre Wohnung zu halten oder eine neue zu finden. Dem wollen Kommunen verstärkt mit Erhaltungssatzungen entgegenwirken. Nach Münchner Vorbild dürfen Hausbesitzer in eng begrenzten Gebieten keine Luxussanierungen mehr veranlassen, um danach erheblich mehr Miete fordern zu können. Die Streitfrage ist, wie eine Stadt zwischen zeitgemäßer Ausstattung und überflüssigem Luxus unterscheiden will. Ein neues Gäste-WC in einer Altbauwohnung – notwendig oder schon zu viel des Guten? Auf jeden Fall viel Arbeit für die Bürokratie.

Weitere Links:

Gemeinsamer Antrag Erhaltungssatzung Innenstadt

Gemeinsam gegen Verdrängung im Rathenauviertel (Kölner Stadt-Anzeiger, 10.07.2018)

Video der Kölner SPD zur Wohnsituation auf dem Rathenauplatz

Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt